Nationale Landschaft Middag-Humsterland

Eine Insel in der Landschaft

Middag-Humsterland ist die älteste Kulturlandschaft Europas. Die Landschaft lässt sich lesen wie ein Buch und gibt ihre Geheimnisse nur aufmerksamen Besuchern preis. Entdecke, wie Natur und Mensch die Landschaft durch die Jahrhunderte hinweg geprägt haben. 

 

Nationale Landschaft

Middag-Humsterland gehört zu einer der 20 Nationalen Landschaften der Niederlande. Die Nationalen Landschaften sind typisch niederländische Landschaften, die durch ihre besondere Kombination von Natur, Höhenunterschieden, Bewirtschaftung und Bebauung auffallen. Jede Nationale Landschaft erzählt die Geschichte der Entstehung der Niederländischen Landschaft.

Middag-Humsterland wurde 2005 wegen drei Besonderheiten zur Nationalen Landschaft ernannt:
*Das Relief von Warften, Deichen und dem Deichvorland
*das unregelmäßige Muster von Ackerflächen
*die sehr offene Landschaft

Mid oog Hugmerki

Es handelt sich um zwei Gebiete, die sich vom umliegenden Land unterscheiden:  Middag kommt von “mid oog“ und bedeutet mittlere Insel.  Humsterland ist  nach dem mittelalterlichen Stamm „Hugmerki“ benannt, der dort wohnte. „Hugmerchi“ ist ursprünglich ein anderes Wort für „Kirchspiel“. Ein Kirchspiel ist vergleichbar mit einer heutigen Gemeinde und war gleichzeitig auch Gerichtsbezirk.

Vor langer Zeit

Vor ungefähr 3000 Jahren bildete das Middag-Humsterland das  Nord-Niederländische Küstengebiet. Es entwickelte sich ungestört, verlandete zusehends und Vegetation konnte sich ausbreiten. Auf die so entstandenen auch heute noch hervorragenden Weideflächen und fruchtbaren Böden wurden die Bewohner der Provinz Drenthe aufmerksam. Die ersten Pioniere besiedelten die am Horizont sichtbaren natürlichen Erhebungen in der Landschaft, die ihnen Schutz vor der See boten. Die Siedler folgten dem Verlauf der Flüsse, die von Drenthe aus ins Meer fließen und erreichten allmählich die Küste. Diese Flüsse sind der Ursprung des heutigen Reitdieps. Durch archäologische Funde weiß man, dass die Besiedlung vor ungefähr 2500 Jahren stattfand.

Jahrhundertealte Dörfer

Die ersten Siedlungen lagen nicht erhöht. Sie werden darum auch „vlaknederzettingen“, also „flache Siedlungen“, genannt. Die Siedler lebten ziemlich isoliert, denn ihr neues Wohngebiet wurde durch unbegehbare Sumpfgebiete von den Sandböden in Drenthe getrennt. Unmittelbar vor den neuen Siedlungen lag ein Wattgebiet, das genauso ausgesehen haben muss wie das heutige Watt.

Landwirtschaft, Kirchen und Kloster

Seit 500 v. Chr. war das Middag-Humsterland ununterbrochen bewohnt und seit dem Beginn unserer Zeitrechnung wurde das Land von Bauern bewirtschaftet. Dass die Landschaft trotz der vielen Veränderungen noch so schön und authentisch erhalten ist, ist den Bauern zu verdanken. Ebenso wie die Bauern zog es auch Mönche in das Middag-Humsterland. Sie gründeten dort Kirchen, die auch heute noch, dank der Stiftung Groninger Kirchen, zu bewundern sind.

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