Warftenlandschaft

Die Warftenlandschaft

In der Kulturlandschaft von Wattenland nehmen die Warften einen prominenten Platz ein. Die charakteristischen höher gelegenen Warftendörfer scheinen in den Groninger Himmel hineinzuragen. 

Hoch und trocken wohnen

Warften sind aufgeschüttete Hügel als Wohnplatz in nicht eingedeichten Gebieten zum Schutz vor Sturmfluten. Ab etwa 500 v. Chr. siedelten sich auf den Schorren entlang der Küste Groningens und Frieslands Menschen auf diesen aufgeschütteten Hügeln an. Diese Siedlungen konzentrierten sich in kleineren Gruppen (Häuserwarften) oder größeren Gruppen (Warftendörfern). Fantastische Beispiele für Warftendörfer sind Ezinge, Garnwerd, Eenrum, Mensingeweer, Groot Maarslag und Vierhuizen.

Die Warften befanden sich meist am Rand einer Meeresbucht oder einer Gezeitenrinne, möglicherweise wegen der Fischerei. Außerdem lebten die Bewohner von Jagd und Viehzucht. Die Seiten der Warften hatten keine Verbindung mit dem Salzwasser und wurden daher zum Acker- und Gartenbau genutzt. Die niedriger gelegenen Teile dienten als Weiden und Heuwiesen. Wenn das Wasser um die Warft durch Überflutungen salzig geworden war, trank das Vieh aus einem Fething (einem Wasserspeicherbecken) auf der Warft.

Nach 1200 war durch die Eindeichungen die Besiedlung einer Warft nicht mehr nötig.

Professor Van Giffen und die Grabungen auf der Warft Ezinge

Bauernhöfe wurden danach auf den niedriger gelegenen Teilen in der Nähe ihrer Weiden gebaut. In der Zeit zwischen etwa 1850 und 1950 wurden zahlreiche Warften abgegraben, um den Boden als Dünger verkaufen zu können. Zahlreiche archäologische Funde wurden dabei entdeckt, wie Töpfe und Töpferware, Werkzeug aus Bein, Bronzefiguren und Hölzer mit Runen.

 

Damals kamen die Warften zu internationalem Ruhm. Professor Van Giffen hat bei den Grabungen der Warft von Ezinge umfangreiche archäologische Forschung betrieben. In den 1920er und 1930er Jahren deckte er als Erster die Struktur eines Dorfes im Lauf der Jahrhunderte auf. In Museum Wierdenland in Ezinge gibt es Informationen zu seinen dortigen Grabungen, wie diese Grabungen zustande gekommen sind und zum von Van Giffen freigelegten Pferdegrab.

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